Ursprung - Wurzel - Heilung

Permakultur und mehr

Auch Hannelore Zech gehört zu den „Menschen, die etwas TuN“. Ich möchte heute über ihre zahlreichen Aktivitäten und die dahinter steckenden Ambitionen berichten.

 

 

               Verbindung zur Natur

TuN: Wie immer, liebe Hanne, zuerst die Frage nach ein paar persönlichen Angaben.

HZ: Also – ich bin verheiratet, habe zwei Söhne. Zur Familie gehören noch vier Katzen, mehrere Hühner, Hasen und weitere Tiere. Aufgewachsen bin ich auf dem Land in der Nähe von Straubing. Wir hatten einen großen Garten mit eigener Gemüse- und Obstversorgung und mit Schafhaltung.

TuN: Du bist also ein „Kind der Natur“?

HZ: Ja, das stimmt. Auch meine zwei Buben sind viel im Freien unterwegs. Frische Luft und Sonnenlicht tut ihnen gut, das weiß ich.

 

TuN: Und Deine Liebe zur Natur hat dann auch Deine Berufswahl bestimmt?

HZ: Richtig. Mir wurde zwar eine Beamtenlaufbahn angeboten, aber ich lehnte dankend ab. Lieber habe ich Floristin gelernt und führte dann auch einige Jahre einen eigenen Blumenladen.

 

 

               Konzentration auf's Wesentliche

TuN: Und wie ging's dann weiter?

HZ: Im Jahr 2006 ist unsere Familie nach Niederhöcking umgezogen und wir fühlen uns hier sehr wohl. Den bereits vorhandenen Garten erweitern wir seitdem stetig.

TuN: Darauf möchte ich später auf jeden Fall noch näher eingehen. Doch vorher wollte ich kurz nachfragen: Du warst doch auch mal aktiv in einem Neue Impulse-Stammtisch?

HZ: Ja – von 2007 bis 2009 habe ich den Stammtisch Landau und Umgebung geleitet. Das hat mir viel Freude gemacht. Doch der Stammtisch löste sich dann leider auf, weil zu geringes Interesse bestand.

TuN: Das war bei uns im Münchner Neue Impulse-Treff genauso. Aber so ist das:     Etwas geht zu Ende, dafür kommt Neues auf uns zu.

HZ: Und bei mir sogar eine ganze Menge. Darum habe ich mich auch von einigem zurückgezogen. Ich möchte mich nicht verzetteln, sondern ganz auf meine Themen konzentrieren.


 


               Perma-Design und Perma-Verein

TuN: Die da wären?

HZ: Zuerst natürlich meine zwei frechen JungsJ. Dann habe ich 2009 meine Ausbildung zum Permakultur-Designer absolviert. Ich möchte auch sehr gerne hierin in zwei Jahren noch mein Diplom machen. Zu diesem Zweck entsteht jetzt im Frühjahr in meiner Nähe ein 1 ha großer Schaugarten.

TuN: Um das für unsere Leser kurz zu erklären: Soweit ich weiß, muss man zwei Jahre praktische Arbeit auf dem Gebiet nachweisen, um das Diplom zu bekommen.

HZ:Ja genau. Zwei Jahre praktische Arbeit und der Bericht über dieses Projekt. Das ist dann die Diplomarbeit, die von 2 erfahrenen Permakulturisten bearbeitet wird. Das Diplom bekommt man entweder vom deutschen Permakulturinstitut oder von dem in Australien – und dann von Bill Mollison persönlich.

TuN: Permakultur ist sowieso ein gutes Stichwort. Vielleicht sollten wir doch einmal kurz erläutern, was das für Dich bedeutet.

HZ: Für mich heißt das, Leben in Harmonie mit der Natur und allen Lebewesen, einfache und effektive Anbaumethoden und sorgsamer Umgang mit Ressourcen. Momentan werden lediglich 6 % der gesamtdeutschen Fläche in Bio bewirtschaftet. Zum Glück geht der Trend hin zum „essbaren Ökosystem“. Unter diesem Stichwort stehen  beim Menüpunkt Garten und Tiere auf meinen Internetseiten* ausführliche Erläuterungen.


 


TuN: Es gab vor kurzem ein Treffen, wo viele Vertreter der Permaszene anwesend waren.

HZ: Ja, beispielsweise reiste der Sohn des Permakultur-Mitbegründers David Holmgren aus Australien an (er war zufällig gerade in Deutschland, weil er für die australische Bio-Zertifizierung auf der Bio-Fach in Nürnberg war), Hans-Hermann Gruber als Vertreter des österreichischen PermaNorikum war da und jede Menge Permakultur-Interessenten,  -Praktiker, -Lehrer und -Designer.

TuN: Was ist bei dem Treffen herausgekommen?

HZ: Vorerst soll das Ganze eine Initiative bleiben, eine Vereinsgründung ist allerdings nicht ausgeschlossen. Es soll eine Homepage als Plattform entstehen. Sie dient der Vernetzung aller bayerischen Stammtische, Freundeskreise und Vereine. Auch sollen auf der Internetseite alle Aktivitäten, Projekte und Seminare in Bezug auf Permakultur gesammelt werden. Außerdem kann jeder, der möchte, über sein privates permakulturelles Projekt berichten.

TuN: Was gibt es sonst noch für Pläne?

HZ: Es wird ein Formblatt erstellt, um bayernweite Permakultur-Kontakte zu sammeln. Das Ganze wird dann auch veröffentlicht. Außerdem haben wir Verantwortliche gewählt für die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit – ein ganz wichtiges Thema. Mit weiteren Permakulturorganisationen ist eine Zusammenarbeit angestrebt. Auch dafür gibt es Ansprechpartner.

TuN: Das klingt wirklich toll. Ich finde es absolut wichtig, dass es so eine Initiative gibt. Gemeinsam muss das Motto lauten! Übrigens: Hast Du auch eine Funktion?

HZ: Ja, noch etwas mehr zu TuN für mich, aber mir liegt das alles ja auch sehr am Herzen. Ich werde mich um die Internetseiten kümmern, allerdings nicht alleine. Außerdem betreue ich momentan die Kasse.

TuN: Wo kann man denn mehr dazu im Internet lesen?

HZ: Ganz frisch gibt es die Seite unter www.permakulturnetzwerk-bayern.de. Sie wird ständig erweitert und aktualisiert.

 

 

               Hofladen im Stall

TuN: Anderes Thema: Was machst Du eigentlich beruflich seit Deinem Umzug? Das hat doch auch mit Eurem schon erwähnten Garten zu tun oder?

HZ: Richtig! Ich habe mich schon immer für Kräuter interessiert. Die bauen wir natürlich in unserem Garten an und verkaufen Kräuterpflanzen und Frischkräuter in unserem Ökoladen. Den haben wir vor drei Jahren in einem alten Viehstall eingerichtet.

TuN: Klingt etwas ungewöhnlich, passt aber gut aufs Land. Aber nochmal zurück zu den Kräutern. Sind das die üblichen, die man in der Küche zum Würzen verwendet?

HZ: Ja, unter anderem Bohnenkraut, Estragon, Salbei und Oregano gehören zu unserem Angebot. Aber ich beschäftige mich auch viel mit Heilkräutern und habe besonders zwei Pflanzen für mich entdeckt: Das Jiaogulan kommt aus Fernost und hat unglaublich viele heilende Wirkungen. Die
Moringapflanze ist die Pflanze, die alles enthält, was der menschliche Körper zum leben braucht. Auch nur mit ihr allein könnte der Mensch gesund leben.

 

TuN: Was bietet Ihr im Hofladen noch an?

HZ: Obst und Gemüse, Getreide, Eingemachtes, Honig, Tees und Gewürze, Öle, Jungpflanzen, Räucherwerk, Töpferwaren, Gefilztes, Energieschmuck und ähnliches …

TuN: Ihr habt ja ein recht großes Sortiment. Am Ende nennen wir Deine Internetadresse, da kann jeder reinschauen. Was mich noch interessiert: Woher kommen die Waren?

HZ: Manches bauen wir selber an bzw. stellen wir selbst her. Zum Beispiel einiges von dem Gemüse, das wir im Hofladen anbieten. Die Kräuter hatte ich schon erwähnt, daraus stelle ich u.a. das Räucherwerk her. Auch eignen Honig in Waben werden wir bald verkaufen, denn wir werden unsere Bienenzucht erweitern.  Diese ist übrigens am System von Emilé Warre ausgerichtet – eine Alternative zur konventionellen Bienenzucht.

 

TuN: Und die Hühner liefern bestimmt die Eier?

HZ: Ganz genau. Heuer werden wir uns aber noch einige Hühner mehr, da die Nachfrage nach frischen „freilaufenden“ Eiern so groß ist.

 

 

               Gefilztes für Jung und Alt

TuN: Kommt noch etwas aus Eurer Produktion?

HZ: Ach ja – wir sind unter die Filzer gegangen. Wir produzieren Schafwollfilzpantoffeln mit Natur-Latexsohle. Schön warm und schön natürlich. Und für Kinder und kindgebliebene Erwachsene gibt’s gefilzte Handpuppen. Ich nenne sie „Die kleinen Ich's“. Jedes hat seinen eigenen Charakter und sein sehr spezielles Aussehen! Doch es gibt für jeden Menschen ein kleines Ich, das ganz genau zu ihm passt. Seht einfach nur gut hin, und wenn ihr lachen müsst, wenn ihr es seht, dann gehört es zu euch.

 

TuN: Das ist wirklich eine süße Idee. Der Name „Ich's“ hat aber nichts mit meinem März-Hauptbeitrag zu tunJ. Den hast Du Dir selber ausgedacht und sogar eine kleine Geschichte dazu verfasst. Gibt es die auf der Internetseite zu lesen?

HZ: Ja, sie steht unter „Filzwerkstatt“.

 

 

               Regionales auch für die Ferne

TuN: Zurück zum Ladenangebot: Woher kommen nun die Produkte, die Du ausnahmsweise nicht selber herstellst,

HZ: Das Obst und Gemüse kaufen wir ausschließlich in der Region, deshalb gibt es saisonale Unterschiede im Angebot. Die Öle kommen ebenfalls von einem regionalen Erzeuger. Auch die Künstler, die bei mir verkaufen, kenne ich alle persönlich.

 

TuN: Das finde ich alles ganz toll. Schade, dass Ihr recht weit weg wohnt.

HZ: Kein Problem: Wir liefern auch gerne bzw. versenden die Ware. Wenn wir mal etwas nicht im Internet-Shop anbieten, einfach  telefonisch oder per Mail nachfragen. Ich komme oft nicht dazu, alles zu aktualisieren. Der Versand, auch von Frischwaren, ist kein Problem. Mit der Post ist alles meist innerhalb eines Tages beim Kunden. Die Frischkräuter gebe ich in eine  Plastiktüte mit etwas Wasser. Dann halten auch diese den Versand gut aus. Bisher ist immer alles gut beim Kunden angekommen.

 

 

 

               Mehr Natürlichkeit und Toleranz

TuN: Das ist aber immer noch nicht alles, was Du so machst. Auf Deinen Internetseiten steht auch etwas von einer „Alternativen Bücherei“?

HZ: Ja, sie ist Teil des Ökoladens. Hier können Bücher über alternative Themen ausgeliehen werden. Wir nehmen auch immer gerne Buchspenden an.

 

TuN: Vermutlich beschäftigst Du Dich  selbst mit dieser Thematik?

HZ: Natürlich! Die Bücher sind in die Kategorien Naturmedizin, alternatives Finanzwesen, Lebenshilfe und Naturreligion, Selbstversorgung und Enthüllungen aufgeteilt. Futter für die Seele und Wegweiser zu einer hoffentlich besseren Welt.

 

Ich selbst hoffe, wir können in naher Zukunft unsere Selbstversorgung und natürlichen alternativen Lebensstil noch erweitern, um noch mehr weg zu kommen von der kapitalistischen Konsumgesellschaft, die so neidvoll intolerant in ihren Rasenwüsten sitzt mit Teakholzterassenmöbeln und Thujenhecken drumherum. Ich wünsche mir ein Hin zu mehr Toleranz, Regionalität, Aufgeschlossenheit und Natürlichkeit, bewusster Essen und bewusster Konsumieren. Das hört sich vielleicht etwas hart und extrem an, aber so fühle ich eben.

 

 

               Weiterbildung und Beratung

TuN: Noch sind wir nicht durch mit Deinen Aktivitäten. Du bietest auch Seminare an. Zu welchen Themen denn?

HZ: Zum einen können Leute zu mir kommen, die ihren Garten gerne nach den Prinzipien der Permakultur einrichten möchten. Wenn sie die Grundrisse ihrer Anbauflächen mitbringen, planen wir an diesem halben Tag gemeinsam, was sie wo pflanzen können. Auch über Selbstversorgung berate ich.

TuN: Was gibt’s noch für Seminare bei Dir?

HZ: Über die Herstellung von Räucherwerken und über das Filzen. Auf Anfrage biete ich noch Seminare zur Kräuter- und Pflanzenzucht sowie über Nutztiere im Permagarten an. Ausführliches dazu steht auf meinen Internetseiten.

 

TuN: Und darauf möchte ich gerne hinweisen. Unter* www.so-gehts-euch-gut.de könnt Ihr Euch informieren, dort ist auch der Online-Shop eingerichtet und viele weitere Infos zu finden.